Lebens und Wirtschaftsraum

1. Raumordnung

Das Raumordnungsgesetz ist das größte Steuerungsinstrument, das die Autonomie dem Land Südtirol zur Verfügung stellt. Es greift in viele Bereiche ein: Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung im urbanen und ländlichen Raum, Eigentum usw. Dabei darf man nicht vergessen, den notwendigen Schutz von Landschafts- und Kulturgütern mit einer gesunden sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in Einklang zu bringen.

Das ist mit dem Gesetz für Raum und Landschaft LG Nr. 9/2018 nicht gelungen. Wegen fehlender Durchführungsbestimmungen und Kriterien war es den Gemeinden in fünf Jahre nicht möglich, das Siedlungsgebiet abzugrenzen; die Übergangsbestimmungen sind so restriktiv, dass sie das Bauwesen zum Erliegen bringen, tatsächlich gehen die Bauanträge drastisch zurück.

Die Zusammenlegung mit dem Landschaftsschutzverfahren erzeugt zusätzliche Hürden und erschwert die Verhandlungen mit Rom.

Der Gemeindeplan kann nur alle 10 Jahre abgeändert werden, was eine Reaktion auf Veränderungen unmöglich macht.

Das Gesetz selbst enthält kleinteilige und oft unnötig restriktive Regelungen mit hohem Planungs- und Genehmigungsaufwand selbst für kleine Baumaßnahmen.

Der Bereich Wohnungen für Ansässige ist unvollständig und widersprüchlich geregelt und die Kontrolle funktioniert nicht.

Hier brauchen wir einen völligen Neustart und sofort Übergangs- und Ausnahmeregelungen vor allem im Bereich Wohnbau (siehe dazu Punkt 2.5 „Leistbares Wohnen“).

Nachdem der bürokratische Aufwand bei den Baumaßnahmen – selbst bei geringfügigen Eingriffen im ländlichen Bereich bzw. im alpinen Grün enorm ist braucht es hier schnellstmöglich eine Vereinfachung, bzw. Beschleunigung der baulichen Verfahren für bauliche Maßnahmen in der Landwirtschaft und in der Bergwirtschaft.

Zudem setzen wir uns für den Abbau von architektonischen Barrieren ein.

2. Wirtschaftsstandort und Wettbewerbsfähigkeit 

Eine gesunde, blühende Wirtschaft ist Voraussetzung für die Bewältigung der vielen Aufgaben im sozialen und kulturellen Bereich und die Teilhabe der gesamten Bevölkerung an den Gütern, die unser Leben erst lebenswert machen.

Dabei steht unser Land auch immer im Wettbewerb mit anderen Ländern und Regionen.

Zum Wirtschaftsstandort und zur Wettbewerbsfähigkeit gehören harte und weiche Faktoren. Beide sind für die Gründung, Weiterentwicklung und Ansiedlung von Unternehmen mit hoher Wertschöpfung wichtig. Südtirol bietet sich besonders gut als Brückenland zwischen dem italienischen und dem deutschsprachigen und allgemein dem mitteleuropäischen Wirtschaftsraum an. Dabei muss immer klar sein, dass sich Südtirol nicht für Massenproduktionen, -tourismus oder -veranstaltungen eignet.

Nicht alle Faktoren kann das Land wesentlich beeinflussen, aber doch sehr viele bei denen wir eingreifen werden, wie z.B.:

  • Verfügbarkeit von Raum zu vernünftigen Kosten.
  • unbürokratische und zügige Ansiedlungsverfahren.
  • gute Erreichbarkeit.
  • gut qualifizierte Mitarbeiter.
  • strategische und zielgenaue Förderungen.
  • professionelle Unterstützung durch öffentliche Dienstleister wie Handelskammer, internationales Schiedsgericht.
  • Ausbau der Dreisprachigkeit (Deutsch, Italienisch, Englisch).
  • Ausbau und strategische Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen besonders in den Bereichen erneuerbare Energie, CO2-neutrale Mobilität, IT und künstliche Intelligenz.
  • Steuern im Bereich IRAP GIS und lokale Zuschläge. Hier wollen wir den Spielraum nutzen.

Aber auch weiche Faktoren entscheiden über die Attraktivität eines Standortes:

  • ein gutes Wohnungsangebot im Allgemeinen und speziell die Möglichkeit der Errichtung von Mitarbeiterwohnungen.
  • Schule und Ausbildung.
  • Gesundheitsversorgung.
  • kulturelles und Freizeitangebot.

Besonderes Augenmerk legen wir auf die Erreichbarkeit und die Verfügbarkeit schneller nationaler und internationaler Verbindungen, Diese sind von grundlegender Bedeutung für eine erfolgreiche Wirtschaft in Bezug auf Logistik, Produktion und Export. Gleichzeitig ist dies auch ein wesentlicher Aspekt für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger Südtirols.

Die Brennerachse, bestehend aus Autobahn und Eisenbahnstrecke, spielt sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr eine entscheidende Rolle. Staus und erhebliche Verkehrsbehinderungen über den Brenner sind insbesondere während der Ferienzeiten immer wieder ein Thema. Ab 2025 sind Sanierungsarbeiten an der Lueg-Brücke nördlich des Brenners geplant, was zu Chaos führen wird.

Statt nur das Verbotssystem weiter auszubauen, sollten wir frühzeitig nach klima- und umweltgerechten Lösungen suchen und diese mit technologieoffenen Innovationen umsetzen. Dies bedeutet, den Ausbau des Brenner-Basistunnels voranzutreiben, die bestehende Infrastruktur zu optimieren und eine engere Integration und Koordinierung zwischen den verschiedenen Verkehrssektoren anzustreben, um Konzepte wie z.B. Elektromobilität und Wasserstofflösungen zu entwickeln. Ein prioritäres Ziel sollte dafür der Ausbau und die Stabilisierung der Stromnetze sein. Die Förderung einer umfassenden Zusammenarbeit ist unerlässlich für erfolgreiche und nachhaltige Verkehrsinitiativen.

3. Die einzelnen Wirtschaftszweige

Die Wirtschaftssektoren in Südtirol sind breit gefächert und tragen zur wirtschaftlichen Stärke der Region bei. Trotz des begrenzten Raums haben wir Vorzeigebetriebe in Industrie und Handwerk, einen starken Dienstleistungssektor und erzielen unglaubliche Exporterfolge. Zwei weitere Säulen unserer Südtiroler Wirtschaft sind die Landwirtschaft und der Tourismus, die auch für die Außenwahrnehmung unseres Landes sehr wichtig sind. Ein großes Angebot im Einzelhandel versorgt unsere Bevölkerung und belebt unsere Städte und Dörfer. Der Dienstleistungssektor wächst stetig und richtet sich, mit einer breiten Palette von Aktivitäten wie Finanzdienstleistungen, Handel, Bildung und Gesundheitswesen sowie immer stärker auch im Bereich IT zunehmend international aus.

Die stetige Entwicklung und Modernisierung in der Region hat auch eine sehr aktive heimische Bauindustrie, in den Bereichen Wohn- und Gewerbeimmobilien aber auch Tiefbau, entstehen lassen, die auch große öffentliche Arbeiten bewältigen. Auch die Bereiche erneuerbare Energien und Umwelttechnik gewinnen zunehmend an Bedeutung.

In dieser Vielfalt liegt die Stärke aber auch die relative Krisensicherheit unserer Wirtschaft, die strukturell eine klassische mittelständische Wirtschaft ist. Es ist die Aufgabe der Politik und der öffentlichen Verwaltung, diese Vielfalt, von der alle profitieren, zu pflegen und nicht, wie voriges Jahr bei der Diskussion um den Bettenstopp und erst kürzlich wieder, mit der Forderung nach einem totalen Stopp für die Tourismuswerbung einzelne Sektoren öffentlich an den Pranger zu stellen.  

Unsere Unternehmen brauchen Rechtssicherheit, klare und möglichst einfache Regeln, eine effiziente, schnelle und ergebnisorientierte öffentliche Verwaltung (mehr dazu unter Punkt 4), (z.B. schnelle Entscheidungen für Photovoltaikanlagen), hochwertige Schul- und Berufsausbildung, moderne Infrastrukturen, wie Straßen, Radwege für bessere Mobilität und die Schaffung von Betreuungseinrichtungen vor Ort (z.B. Kinderkrippen).

Es muss eine gerechte Steuerpolitik betrieben werden, die den Spielraum Südtirols nutzt.

Die Frage der Arbeitskräfte ist von grundlegender Bedeutung, es geht darum, die Lebensqualität zu verbessern, nicht nur durch ein leistbares Wohnen, sondern auch durch Umweltschutz, die Einrichtung von internationalen Schulen, ein breites und umfangreiches kulturelles Angebot, um Südtirol vor allem für Junge attraktiv zu machen.

Grundsätzlich muss ein gesellschaftliches Klima, das den Leistungen der Unternehmen für die Allgemeinheit die angemessene Wertschätzung entgegenbringt, denn erfolgreiche Unternehmen garantieren sichere und befriedigende Arbeitsplätze und tragen so entscheidend zum Steueraufkommen bei, mit denen wir die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung finanzieren können. Dazu gehört auch, dass die Betriebe von unsinniger Bürokratie verschont bleiben.

Von besonderer Bedeutung ist die strategische Ausrichtung von Forschung und Innovation besonders in den bereits erwähnten Bereichen erneuerbare Energie, CO2-neutrale Mobilität IT und künstliche Intelligenz und die Förderung der Kooperation zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen; es ist erwiesen, dass Ausgründungen aus Universitäten oder anderen Forschungsinstitutionen häufig zu erfolgreichen Unternehmen werden.

Ebenfalls strategisch ist die gezielte Förderung von Start-ups mit geeigneten Instrumenten wie z.B. der Verdoppelung des von einem privaten Investor (z.B. Business Angels) eingesetzten Risikokapitals durch die öffentliche Hand.

Die Medical School und die EURAC sollen bürokratisch und finanziell unterstützt werden.

Zudem soll das weibliche Unternehmertum als starke Säule der Südtiroler Wirtschaft durch passende Rahmenbedingungen gefestigt und ausgebaut werden.

Handel, Handwerk und Dienstleistung

…sind als Keimzelle der Wirtschaft in allen Gemeinden Südtirols wichtige Eckpfeiler für Wohlstand und Nahversorgung, Arbeitsplätze und Ausbildung. Sie verdienen mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Wir fördern und fordern mehr Planungssicherheit und Entwicklung in der Raumordnung, Stärkung der Eigenverantwortung verbunden mit Abbau der Bürokratie, Investitionen in Digitalisierung und in neuen Technologien im Einklang mit nachhaltigem Handeln und Klimaschutz. Eine intelligente und nachhaltige Mobilität ist für die Gesellschaft und Wirtschaft von entscheidender Bedeutung, sei es für die schnelle Erreichbarkeit wichtiger sozialer Strukturen, Arbeitsplätze und Teilhabe am öffentlichen Leben. Kleinbetriebe sind eine starke Säule für einen ebenso starken Wirtschaftsraum Südtirol. Sie sind wichtige Arbeitgeber vor Ort und tragen zur Diversifizierung bei. Sie reagieren flexibel auf Veränderungen und setzen Innovation schnell um, was sich wesentlich auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Produktivität und die Verbesserung der Lebensqualität auswirkt. Das Alles bietet jungen Menschen viele Chancen und Perspektiven. Eine Vielzahl an Ausbildungsberufen mit einer praxisnahen Ausbildung, eine sinnstiftende, traditionsbewusste und zugleich zukunftsorientierte Arbeit in der Nachhaltigkeit, Klimaschutz und die Anwendung neuer Technologien und Trends eine zentrale Rolle spielen sind einige wesentliche Merkmale.

Industrie

Auch unsere Industrie ist stark in der Region verankert und trägt wesentlich zum sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand des Landes bei, sowohl als Arbeitgeber als auch in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt. Die Südtiroler Industrie trägt wesentlich zum Export und zu den Investitionen in Forschung und Entwicklung bei. Es ist unsere Aufgabe, die Rahmenbedingungen für ihre weitere Entwicklung zu schaffen.

Für die Entwicklung der Industrie muss der Erhalt von Produktionsflächen gewährleistet und die Ansiedlung von hochinnovativen Unternehmen gefördert werden. Entwicklungspläne müssen zügig verabschiedet werden, um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben.

Entscheidungen über die Entwicklung von Gewerbegebieten in Städten und über Fragen wie die Ansiedlung im ländlichen Raum müssen in einem offenen, sachlichen Dialog und unter Einbeziehung aller Betroffenen und Experten getroffen werden.

Tourismus

Südtirols Tourismus ist vorwiegend kleinstrukturiert, weshalb es eines unermüdlichen Einsatzes bedarf, das Erbaute auch weiterhin zu erhalten, um es dann mit Freude und Stolz der nächsten Generation zu übergeben.

Dafür müssen gezielte Unterstützungsmaßnahmen geschaffen werden, um die Betriebsübergabe zu erleichtern.

Nachhaltigkeitsprojekte sollen weitgehend gefördert und unterstützt werden. Planungsunsicherheiten, wie sie jetzt aufgrund unausgereifter Entscheidungen vorherrschen, darf es in Zukunft zum Wohle des gesamten Wirtschaftssystems nicht mehr geben.

Eine große Herausforderung ist es Mitarbeiter zu finden.  Es braucht schnellstens Lösungen, um geeignete Unterkünfte für saisonale Mitarbeiter bereitzustellen, z.B. mit der Möglichkeit einer eigenen Flächenwidmung.

Der geförderte Ankauf von technologischen Hilfsinstrumenten, die dank neuester Software-Programmen, eine Arbeitserleichterung erbringen, ist unumgänglich.

Da im Tourismussektor hauptsächlich Frauen einer Arbeit nachgehen, sollen Einrichtungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen, gefördert werden (betriebsinterne Kinderhorte, auch in Zusammenarbeit mit anderen Häusern).

Wir wollen Projekte unterstützen, die die Arbeitsattraktivität im Hotel- und Gastgewerbe fördern, um einen Ganzjahrestourismus anzubieten.

Es ist uns ein Anliegen, die Einstufung der Hotelbetriebe nach Sternen an die jetzigen Gegebenheiten und Herausforderungen anzupassen. Kriterien, die aufgrund des Mitarbeitermangels nicht oder nur mehr schwer umsetzbar sind, oder überholt sind, sollten keinen Einfluss mehr auf die Einstufung haben.

Wir wollen, dass für Junggastwirte eine qualitative Erweiterung weiterhin möglich sein muss.

Die Landesgesellschaft IDM ist für das Marketing unseres Landes zuständig. Obwohl die Zielsetzung sehr zu begrüßen ist, ist der gesamte Apparat schwerfällig und unkoordiniert in der Vorgehensweise. Eine Verschlankung und eine verstärkte Vernetzung mit bestehenden Organisationen würde den Kommunikationsfluss innerhalb der IDM erleichtern.

Zudem sollen die Tourismusvereine aufgewertet werden.

Landwirtschaft

Südtirols beste Visitenkarte ist eine florierende Landwirtschaft, die ihren Erfolg über unermüdlichen Einsatz erwirtschaftet. Oftmals unter schwersten Voraussetzungen. Ein gepflegtes Landschaftsbild, eine intakte Kulturlandschaft sowie die Produktion verschiedenster hochwertiger Lebensmittel sollen nicht für selbstverständlich betrachtet werden, sondern dahingehend unterstützt werden, dass es auch in Zukunft so beibehalten wird. Letztendlich ist es genau dies, was unser Land so begehrt macht! Es muss ein großes Anliegen der Politik sein, die Zusammenarbeit zwischen diesen sich ergänzenden Wirtschaftsbereiche, Landwirtschaft und Tourismus, zu forcieren sowie den Respekt für die Leistung beider Sektoren zu erhöhen.

Uns ist es wesentlich die Berglandwirtschaft zu erhalten.

Benachteiligungen aufgrund abgelegener Standorte gegenüber Dorfzentren mit daraus folgendem Wettbewerbsnachteil, dürfen für die betroffenen bäuerlichen Familien nicht zur Betriebsauflassung führen (z.B. Tierarztversorgung).

Es gilt auch hier, das Bewusstsein und den Stellenwert der Landwirtschaft in und für Südtirol zu stärken. Ein kontinuierliches Weiterbildungsangebot, von der Politik unterstützt und gefördert, soll zudem lebenslanges Lernen ermöglichen.

Der Anbau, die Produktion und die Vermarktung bäuerlicher Produkte soll weitgehend unterstützt und gefördert werden und in Zusammenarbeit mit dem Handel und Tourismus forciert werden. Dabei ist es wichtig, dass regionale Produkte bei den Vergaberichtlinien gesondert bewertet werden. Bei den Ausschreibungen ist noch viel mehr auf lokale Produkte zu achten.

Die Ausführung von jeglichen Bauarbeiten, die aufgrund des Klimawandels bei besonders akuten Wetterverhältnissen (Regen, Hagel, Sturm, usw.) größere Schäden an Haus und Boden anrichten könnten, und somit ein größeres Einzugsgebiet zerstören könnten, sollte unbürokratisch erfolgen. Oberste Priorität sollte jetzt der Erhalt der Almwirtschaft haben sowie des Waldbestandes, der aufgrund des Befalls mit dem Borkenkäfer vor großflächigen Rodungen dasteht, und somit Hangrutsche auslösen kann.

In Weinwirtschaft braucht es Autonome und unbürokratische Lösungen (z.B. beim Pflanzenrecht).

Der Wolf und der Bär haben in Südtirol kein Habitat und in so einem stark Besiedelten Raum keine Daseinsberechtigung.

4. Klima- und Energiepolitik, Natur- und Umweltschutz 

Klima- und Energiepolitik: Es wird wärmer, das ist messbar und fühlbar; die Wetterextreme verstärken sich, das stellen wir fest und es kann so nicht weitergehen und dem müssen wir entgegenwirken. Zwar ist jeder und jede einzelne aufgerufen, bewusster mit den natürlichen Ressourcen umzugehen, doch ist der Königsweg mit Sicherheit die Ersetzung der fossilen Energieträger durch erneuerbare und die Steigerung der Effizienz im Einsatz von Energie.  Gleichzeitig dürfen wir aber die Menschen nicht finanziell überfordern und müssen unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit bewahren. Südtirol hat die Ressourcen, um sich, so wie das Bundesland Tirol das Ziel der mittelfristigen Energie-Autarkie zu setzen.

Dafür werden wir folgende Maßnahmen umsetzen:

a) eine Photovoltaik-Offensive:

Wir wollen uns für die Förderung und Erleichterung von Photovoltaik auf Dächern und Freiflächen wie Großparkplätzen einsetzen. 

Uns für die Förderung und Erleichterung von Photovoltaik als Hagelschutz und die Förderung von Batteriespeichern in Wohnhäusern einsetzen. 

b) weiterer Ausbau der Wasserkraft:

Wir fördern Energiegemeinschaften und den Ausbau kleinen Wasserkraftwerken und von Pumpspeicherkraftwerken.

c) wo möglich und sinnvoll soll die Errichtung kleiner Windräder v.a. zur peripheren Selbstversorgung sein.

d) Der öffentliche Personennahverkehrs ÖPNV soll auf CO2-neutrale Antriebstechniken (Batterie und/oder Wasserstoff) umgestellt werden. Der Ausbau eines sicheren Radwegenetzes muss zügig vorangetrieben werden.

e) Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz:

Wir wollen Pilotprojekten (auch im PPP von) CO2-neutralen integrierten Produktions- Heizungs- Beleuchtungs- und Logistiksystemen fördern, sowie die Geothermie. 

Wir sind für die Förderung von elektrischen Wärmepumpen und die Weitergabe der günstigen Erzeugerpreise der Landesenergiegesellschaft, sowie die Förderung von Energiegemeinschaften.

f) Eine Forschungs- und Entwicklungsoffensive im Bereich CO2-neutrale Energieträger und Antriebstechniken. Es braucht universitäre- und forschungsspezifische Gruppen, die sich auf diese Themen fokussieren sollen. 

g) Die Stärkung von Zuständigkeiten und der finanziellen Autonomie der Gemeinden für lokale und nachhaltige Investitionen, da diese durch den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern nachhaltiges Verhalten in der Bevölkerung fördern

Für eine nachhaltige Klimapolitik reicht es nicht im Klimaplan vorzugeben, was die verschiedenen Sektoren umsetzen müssen. Es muss umgekehrt sein: die Landesverwaltung muss selbst vorangehen: sie muss die Mobilität nachhaltig gestalten, die Landhäuser mit Photovoltaikanlagen ausstatten und viele andere Beispiele, denen die Unternehmen und die Bevölkerung folgen kann.

Natur- und Umweltschutz

Wir brauchen mehr Autonomie in diesem Bereich, um den Natur- und Umweltschutz besser auf die Eigenheiten und Besonderheiten unseres Landes abzustimmen. Damit meinen wir nicht weniger Schutz, sondern eine bessere gegenseitige Ergänzung von Schutz und schonender Nutzung. Die Erfassung, wissenschaftliche Aufbereitung und didaktische und museale Darstellung der Naturschätze unseres Landes muss weiter ausgebaut werden. 

Weiters ist das Rückfangen von Wasser wichtig für die Zukunft.

Sensible Zonen wertvoller alpiner Landschaft müssen geschützt werden, darum setzen wir uns für unberührte Confinböden ein doch in anderen Zonen wollen wir eine nachhaltige Entwicklung zulassen. 

Die Sensibilität für die Natur und die Umwelt muss bereits vom Kindesalter an vermittelt werden.

5. Ländlichen Raum und Zentren stärken 

Wir müssen den ländlichen Raum als Arbeits- und Wohnraum weiter stärken und zugleich die Städte und größeren Ortschaften als urbanen Lebensraum weiterentwickeln. Die Nahversorgung muss gewährleistet bleiben.

Das erreichen wir mit folgenden Maßnahmen:

  • im ländlichen Raum den Gemeinden Sonderfinanzierungen aus dem Landeshaushalt bereitstellen, für die gezielte Förderung von Einzelhandel, Gasthäusern, Schulen, Dorfliften sowie für die Erhaltung von Postämtern und Bankschaltern, Tankstellen.
  • Erstellung von Servicezentralen durch Mischbetriebe (z.B. Putzerei/Postamt).
  • vollständige Erschließung mit ultraschnellem Internet.
  • Co-Working-Spaces fördern, Homeworking im öffentlichen Dienst ausbauen und öffentliche Dienstleistungen dezentralisieren.
  • Bergbauern müssen besondere Unterstützung erhalten, auch durch Stärkung und Vereinfachung der Bürokratie des bäuerlichen Nebenerwerbs am Hof. Sie sind sehr wichtig für unser Land und ihre Leistungen gehören honoriert.
  • pragmatisches und realitätsnahes Management der Großraubtiere.
  • Betriebsansiedlungen gezielt fördern.
  • noch bessere Anbindung an ÖPNV.
  • im städtischen Raum ebenfalls mit Sonderfinanzierungen durch das Land neue Parkkonzepte, mehr Fußgänger- bzw. verkehrsberuhigte Zonen, mehr grün und weniger Verkehr.
  • Förderung von mobilen Pflegeeinheiten.

6. Mobilität

Der weitere Ausbau der öffentlichen Transportmittel ist wesentlich nicht nur für die Klimapolitik, sondern auch gegen den drohenden Verkehrsinfarkt.

Wir werden:

  • Gratis-Tickets für alle Bürgerinnen und Bürger Südtirols einführen.
  • jeden Ort bzw. jede Fraktion mit wenigstens 500 Einwohnern im Stundentakt anbinden.
  • den ÖPNV CO2-neutral gestalten.
  • Busse und Züge um 20 % verstärken.
  • Öffentlicher Verkehr von Innsbruck nach Lienz, Verona, und in die Schweiz weiter ausbauen.
  • ein einheitliches Ticket für die EUROPAREGION Tirol einführen.
  • urbane Seilbahnen als innovative und umweltfreundliche Verkehrssysteme errichten, dabei ist eine Seilbahnanbindung für das Überetsch prioritär.
  • das Netz der Ladestationen massiv ausbauen und die Familien beim Erwerb von Autos mit CO2-neutralem Antrieb finanziell unterstützen.
  • E-Car-Sharing Modelle unterstützen und fördern.
  • Kleine Gemeinden unterstützen, um generell Verkehrsnetze besser auszubauen.
  • Fahrradwege ausbauen und Fahrradgaragen zu Verfügung stellen.

7. Sport- und Freizeitangebot:

Südtirol bietet sich ideal für ein reiches Sport- und Freizeitangebot an. Dieses spielt eine wichtige Rolle für die sogenannte „Work-Life Balance“ und für die physische und psychische gesundheitliche Prävention.

Es muss daher für den Breitensport noch viel getan werden:

  • noch bessere Versorgung mit Sportstätten z.B. für die Leichtathletik als Grundsportart und eine schnellere Reaktion mit Angeboten auf Trendsportarten.
  • den Erwachsenensport gezielt fördern.
  • Bewegungsangebote für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung schaffen.
  • Errichtung eines Landessportzentrums.
  • eigene Trainingseinheiten analog zu den Einheiten der staatlichen Polizei- und Heereskörperschaften für Südtiroler Spitzensportler einrichten.
  • angemessene Förderung von Profisportlern.

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